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	<title>Grammatik &#8211; Projekt Lektorat</title>
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	<title>Grammatik &#8211; Projekt Lektorat</title>
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		<title>Zweiteilige Attribute und die Herausforderung der Steigerung</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/zweiteilige-attribute-steigerung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Aug 2022 14:12:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Attribute]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der erste Klima-Gipfel zog bereits weitreichende Folgen nach sich. Der letzte Klima-Gipfel hatte weitreichendste Folgen. Oder sind eher weitestreichende Folgen festzuhalten? Am Ende waren die Folgen sogar weitestreichendst, ohne dass es jemand gemerkt hat. Ein Attribut stellt eine Beifügung dar, die ein Hauptwort genauer beschreibt....</p>
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<p>Der erste Klima-Gipfel zog bereits weitreichende Folgen nach sich. Der letzte Klima-Gipfel hatte weitreichendste Folgen. Oder sind eher weitestreichende Folgen festzuhalten? Am Ende waren die Folgen sogar weitestreichendst, ohne dass es jemand gemerkt hat.</p>



<p>Ein Attribut stellt eine Beifügung dar, die ein Hauptwort genauer beschreibt. Adjektive können Attribute sein, beispielsweise: der kleine Hund. Ein weiteres Nomen kann die Funktion eines Attributs innehaben, ebenso ein Possessivartikel: <em>die Pfoten des Hundes</em> beziehungsweise <em>unseres Hundes</em>. Bisweilen sind Attribute zweigeteilt: <em>unser gut aussehender Hund</em>. Das Steigern derlei zusammengesetzter Attribute bereitet vielen Menschen Schwierigkeiten. Wie bringen wir zum Ausdruck, dass unser Hund der hübscheste Hund im ganzen Dorf ist? Beschreiben wir ihn als gutaussehndst oder als am besten aussehend?</p>



<p>Bastian Sick bot bereits 2003 einen hilfreichen Ansatz, indem er nahelegte, mehrteilige Attribute nicht von hinten zu steigern. Im Duden heißt es, dass Steigerungen im Falle adjektivischer Fügungen und entsprechender Komposita stets nur ein Bestandteil betreffen. Zumeist ist es der erste Teil des Attributs, insbesondere, wenn er sich als ein Adjektiv erfassen lässt.</p>



<p>Die nachstehenden Beispiele veranschaulichen das korrekte Vorgehen in der Steigerung mehrteiliger Attribute.</p>



<p><em>Einige Konferenzbeschlüsse sind weit reichend. Andere reichen noch weiter und sind damit weiter reichend.</em></p>



<p><em>Die Bücher einiger Autoren sind viel gelesen. Die Werke Agatha Christies sind jedoch meist gelesen.</em></p>



<p><em>Deutschland ist ein dicht bevölkertes Land. Gibt es Länder, die noch dichter bevölkert sind?</em></p>



<p><em>Du hast viele gut aussehende Freundinnen. Meine sind jedoch besser aussehend.</em></p>



<p><em>Die A3 ist eine viel befahrene Autobahn. Ist sie die meist befahrene Autobahn Deutschlands?</em></p>



<p><em>Mein Koffer ist weit gereist. Jedoch gibt es mit Sicherheit noch weiter gereiste Koffer.</em></p>



<p>Ausnahmen bestätigen die Regel. So wird zum Beispiel altmodische Kleidung zu altmodischster Kleidung, da dieser Begriff mittlerweile ein eigenständiges Adjektiv ist. Manchmal lassen sich auch beide Teile steigern: schwerer wiegend oder schwerwiegender.<br>Laut Duden können wir übrigens zumeist selbst entscheiden, ob wir mehrteilige Attribute zusammenschreiben oder getrennt.<br>Sollten Sie in diesem Bereich auf eine Hürde stoßen und nicht mehr weiter wissen, <a href="https://www.projekt-lektorat.de/kontakt/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">wenden Sie sich gerne an uns</a>!</p>
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		<title>Komma(,) oder nicht?</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/komma-oder-nicht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Apr 2022 13:55:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzzeichen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine der großen Herausforderungen unserer Sprache ist die Zeichensetzung. Nicht nur Deutsch als Fremdsprache Lernende, sondern auch Muttersprachler*innen sind sich des Öfteren unsicher, wann es ein Komma zu setzen gilt und wann besser davon abzusehen ist. Glücklicherweise lassen sich einige Regeln heranziehen, die genaueren Aufschluss...</p>
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<p>Eine der großen Herausforderungen unserer Sprache ist die Zeichensetzung. Nicht nur Deutsch als Fremdsprache Lernende, sondern auch Muttersprachler*innen sind sich des Öfteren unsicher, wann es ein Komma zu setzen gilt und wann besser davon abzusehen ist. Glücklicherweise lassen sich einige Regeln heranziehen, die genaueren Aufschluss bieten. Wir gehen heute einer der einfachsten auf den Grund.</p>



<p>Der Duden befasst sich in überwiegend gut nachvollziehbarer Weise mit den Feinheiten der deutschen Sprache. Behandelt werden unter anderem Groß- und Kleinschreibung, Substantivierungen und die hier im Fokus stehende Zeichensetzung. Paragraf 73 ist Folgendes zu entnehmen:</p>



<p>Im Falle der Reihung selbstständiger Sätze, die durch und, oder, beziehungsweise/bzw., entweder – oder, nicht – noch oder durch weder – noch verbunden sind, lässt sich ein Komma setzen, um die Gliederung des Ganzsatzes ersichtlich zu machen.</p>



<p>Das bedeutet: Werden zwei Hauptsätze mit einer der obigen Varianten verbunden, <strong>KANN</strong> ein Komma inbegriffen sein. Somit sind die Version <strong>mit Komma</strong> und jene <strong>ohne Komma</strong> gleichermaßen richtig. Es obliegt der Schreiberin beziehungsweise dem Schreiber, ob eine zusätzliche lesefreundliche Strukturierung vorgenommen wird.</p>



<p><em>Der Flug verzögerte sich und sie kamen erst spät im Urlaubsland an. / Der Flug verzögerte sich, und sie kamen erst spät im Urlaubsland an.</em></p>



<p><em>War er schon immer so dreist oder war er auch mal freundlich? / War er schon immer so dreist, oder war er auch mal freundlich?</em></p>



<p><em>Entweder begleitest du uns nach Dänemark oder du bleibst daheim. / Entweder begleitest du uns nach Dänemark, oder du bleibst daheim.</em></p>



<p><em>Weder nahm man seine Beschwerde ernst noch erhielt er eine Entschädigung. / Weder nahm man seine Beschwerde ernst, noch erhielt er eine Entschädigung.</em></p>



<p>Eine Stolperfalle weniger also. Sollten Sie dennoch im Kommachaos versinken, schreiben Sie uns gerne. Wir unterstützen Sie!</p>
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		<title>Die Grammatik leidet, weil wir geben nicht mehr Acht</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/die-grammatik-leidet-weil-wir-geben-nicht-mehr-acht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2022 09:08:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Sprache allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[weil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seien Sie ehrlich: Ertappen Sie sich nicht hin und wieder auch dabei, dass sie einem neuen Sprachphänomen folgen? Manch eine und manch einer möchten es gar nicht, und doch schleicht es sich still und heimlich in den Sprachgebrauch ein, insbesondere in den mündlichen. Zunächst das...</p>
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<p>Seien Sie ehrlich: Ertappen Sie sich nicht hin und wieder auch dabei, dass sie einem neuen Sprachphänomen folgen? Manch eine und manch einer möchten es gar nicht, und doch schleicht es sich still und heimlich in den Sprachgebrauch ein, insbesondere in den mündlichen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zunächst das Grundlegende</h2>



<p>Einige <strong>Konjunktionen</strong> verbinden Hauptsätze miteinander, zum Beispiel und, oder, aber und sondern. Andere leiten Nebensätze ein, beispielsweise weil, wobei und obwohl. Während wir im Falle der ersten Gruppe in puncto Satzbau nichts beachten müssen, birgt die zweite Gruppe eine Besonderheit.</p>



<p>Ein Satz besteht regulär aus Subjekt, Prädikat und Objekt. Das Prädikat ist meist in der Mitte vorzufinden: <span class="beitrag-gruen"><em>Er geht Tennis spielen</em>.</span> In einem Nebensatz müssen wir von dieser strengen Form abweichen und das Prädikat am Ende positionieren: <span class="beitrag-gruen"><em>Er hat keine Zeit für seine Freundin, weil er Tennis spielen geht</em>.</span></p>



<h2 class="wp-block-heading">Das weil-Phänomen</h2>



<p>Es hat sich zunehmend verbreitet, auch Nebensätze mit Subjekt, Prädikat und Objekt zu bilden. Das betrifft vor allem Konstruktionen mit weil und ist laut den einschlägigen Grammatikwerken nicht zulässig, aber natürlich sehr viel bequemer, denn so muss man sich nicht zwei Regeln merken, sondern nur eine.<br>Das Ganze kann sich dann folgendermaßen anhören:</p>



<p><span class="beitrag-gruen"><em>Ich muss heute nicht putzen, weil mein Mann hat es bereits übernommen.</em></span></p>



<p><span class="beitrag-gruen"><em>Wir steigen dieses Jahr nicht mehr in den Flieger, weil wir waren im Sommer auf Gran Canaria.</em></span></p>



<p><span class="beitrag-gruen"><em>Ich werde an der Feier teilnehmen, obwohl ich kann den Gastgeber nicht leiden.</em></span></p>



<p>Ist geschrieben, zeigt sich sofort, dass das ganz und gar nicht korrekt sein kann. Trotzdem rutscht es in Gesprächen oft raus. Es hört sich dann so an, als sprächen wir einen Doppelpunkt mit. Wir haben uns bereits <a href="https://www.projekt-lektorat.de/sprachwandel-der-weil-satz-im-fokus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">im November 2020 mit diesem Phänomen befasst</a>.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Neue Erkenntnisse</h2>



<p>Heute möchten wir es erneut aufgreifen, denn nun können wir zwar keine Lösung, aber zumindest eine Erklärung dafür liefern, dass Sprechende Alternativen wie das Wort denn zumeist nicht nutzen:</p>



<p>Gerard Kempen vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik und Karin Harbusch von der Universität Koblenz-Landau haben herausgefunden: <em>Weil</em> ist aufgrund einer höheren Nutzungshäufigkeit im gesprochenen Deutsch schneller im mentalen Vokabular abrufbar als beispielsweise die Variante <em>denn</em> oder das Wort <em>da.</em>&nbsp; Des Weiteren trat zutage: Sprechenden gelingt es nicht immer, den Inhalt eines weil-Satzes und seine grammatisch korrekte Form in dem engen Zeitrahmen der Äußerung präzise festzulegen. Dies steigert die Wahrscheinlichkeit einer Fehlkoordination. Ist die Entscheidung für einen Nebensatz mit <em>weil</em> als Konjunktion gefallen, führen Planungsprobleme mitunter zu einem Abbruch des Vorhabens. Es resultiert ein Kausalsatz, der keinen weil-Nebensatz mit dem Verb am Ende, sondern diesen als neuen Satz mit dem Verb an einer frühen Position aufweist.</p>



<p>Immer wieder spannend, was in unseren Gehirnen vor sich geht. Finden Sie nicht auch?</p>
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		<title>Satzzeichen und ihre bisweilen unterschätzte Macht</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/satzzeichen-und-ihre-bisweilen-unterschaetzte-macht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 19 Feb 2022 22:34:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzzeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Punkte, Ausrufezeichen, Kommata, Klammern und Ähnliches – Die deutsche Sprache verfügt über viele Satzzeichen. Manche dürfen wir verwenden, manche sind zu vermeiden, andere ab und an zu setzen. Wir möchten Ihnen heute einen Überblick bieten. Sinnvolle Satzzeichen Neutrale Satzzeichen Sparsam einzusetzende Satzzeichen</p>
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<p>Punkte, Ausrufezeichen, Kommata, Klammern und Ähnliches – Die deutsche Sprache verfügt über viele Satzzeichen. Manche dürfen wir verwenden, manche sind zu vermeiden, andere ab und an zu setzen. Wir möchten Ihnen heute einen Überblick bieten.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Sinnvolle Satzzeichen</h2>



<ul class="wp-block-list aufzaehlung">
<li>Gedankenstrich <strong>–</strong> Sparsam eingesetzt, ruft er Spannung hervor und vermag die Aufmerksamkeit der Lesenden auf sich zu ziehen.</li>



<li>Doppelpunkt <strong>:</strong> Ein Doppelpunkt darf verwendet werden, wenn er eine direkte Rede einleitet oder einen Schachtelsatz zu umgehen hilft. Gleiches gilt für den Fall, dass er etwas zuvor Angeführtes begründet.</li>



<li>Semikolon <strong>;</strong> Es fristet oftmals ein Nischendasein, und das, obwohl es sich optimal nutzen lässt, wenn ein Komma zu unverbindlich und ein Punkt zu final ist. Mit ihm lassen sich Aussagen zu einer Einheit verknüpfen, ohne dass sie ihre Eigenständigkeit verlieren.</li>



<li>Fragezeichen <strong>?</strong> Das Fragezeichen findet sich in verschiedenen Textarten unterschiedlich häufig. Besonders wenig Zuspruch erfährt es unseren Beobachtungen zufolge in journalistischen Texten, obgleich auch rhetorische und indirekte Fragen dieses Satzzeichen erfordern. Es an entsprechenden Stellen auszusparen, stiftet Verwirrung und bringt dieses schöne Stilmittel in Misskredit.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Neutrale Satzzeichen</h2>



<ul class="wp-block-list aufzaehlung">
<li>Punkt <strong>.</strong> Ohne Punkte kommen wir nicht weit. Das steht außer Frage. Doch empfiehlt es sich, ab und an prüfen, ob sich nicht ein Doppelpunkt, ein Semikolon oder ein Fragezeichen besser eignet.</li>



<li>Komma <strong>,</strong> Gleiches gilt für das Komma. Bevor wir es setzen und einen Satz unterteilen, sollten wir uns folgende Frage stellen: Können wir es weglassen oder wäre die Verwendung eines Semikolons sinnvoller? Das Komma ist einfach, doch manchmal lohnt sich der Rückgriff auf Alternativen.</li>



<li>Ausrufezeichen <strong>!</strong> Wissenschaftliche Arbeiten und redaktionelle Texte sollten ohne Ausrufezeichen auskommen, beispielsweise, wenn eine These besonders hervorgehoben werden soll. In Interviews darf es zu diesem Zweck jedoch ab und an Verwendung finden. Schließlich ist hier die Meinung der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners gefragt.</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Sparsam einzusetzende Satzzeichen</h2>



<ul class="wp-block-list aufzaehlung">
<li><strong>–</strong> Parenthese <strong>–</strong> Bei zu häufigem Gebrauch verwirrend und mitunter gar überflüssig sind Parenthesen. Sofern möglich, gilt es der Versuchung zu widersetzen, einen Satz zu unterbrechen.</li>



<li><strong>(</strong>Klammer<strong>)</strong> Mit Klammern bringen wir zusätzliche Informationen in einem Satz unter. Entweder sind diese so wichtig, dass ihnen ein eigener Hauptsatz gewidmet werden sollte. Oder sie sind so unwichtig, dass wir sie anhängen, alternativ ganz beiseite lassen können. Klammern sind somit überflüssig.</li>



<li>Auslassungspunkte <strong>…</strong> Insbesondere in wissenschaftlichen Arbeiten sind sie fehl am Platze. Anders verhält es sich beispielsweise mit privaten Nachrichten. Hier kann ein verschwörerischer Unterton für ein bisschen Spannung im Alltag sorgen.</li>
</ul>
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		<title>Selber versus selbst? Was ist korrekt?</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/selber-versus-selbst/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Mar 2021 18:22:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Begriffe unter der Lupe]]></category>
		<category><![CDATA[Das Schriftstellerdasein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Selber, selber lachen alle Kälber“ lautet ein weithin bekannter Reim. Eine Variante mit selbst existiert nicht. Was lässt sich als grammatikalisch richtig, was als stilistisch angemessen einordnen? Lautet die von fundiertem Sprachwissen zeugende Form „Das wusste er selbst.“ oder „Das wusste er selber.“? Was sagt...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p><span class="beitrag-gruen">„Selber, selber lachen alle Kälber“</span> lautet ein weithin bekannter Reim. Eine Variante mit selbst existiert nicht. Was lässt sich als grammatikalisch richtig, was als stilistisch angemessen einordnen?</p>



<p>Lautet die von fundiertem Sprachwissen zeugende Form <span class="beitrag-gruen">„Das wusste er selbst.“</span> oder <span class="beitrag-gruen">„Das wusste er selber.“</span>?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was sagt der Duden?</h2>



<p>Dem Duden lässt sich keine klare Antwort entnehmen. Ihm zufolge sind beide Varianten zulässig. Die Form selber wird allerdings als umgangssprachlich erachtet. Dass der oben aufgeführte Vers einen Kinderreim darstellt, scheint die Einstufung von selber als umgangssprachlich zu bestätigen. Somit hätte Recht, wer diesen Begriff in einer wissenschaftlichen Arbeit, die keine Umgangssprache aufweisen sollte, als Ausdrucksfehler vermerkt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Welche Antwort bieten Lyrik und Literatur?</h2>



<p>Wie steht es beispielsweise um die folgende Gedichtzeile?</p>



<p>„<em>Man muss Geduld haben, gegen das Ungelöste im Herzen, und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.</em>“</p>



<p>Sie stammt aus der Feder von <strong>Rainer Maria Rilke</strong>. Die Verwendung von <em>selbst</em> hätte hier zu einer Veränderung des Versfußes und damit einhergehend des Klangs geführt.<br>Beispielhaft für einen solchen Zusammenhang lässt sich auch das „Märchen aus alten Zeiten“ anführen, das von dem Komponisten Silcher kurzerhand zu „uralten“ umgedichtet wurde, um es in den Takt zu pressen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ein vorsichtiges Fazit</h2>



<p>Lösen lässt sich die Frage am ehesten, wenn man von der historischen Entwicklung ausgeht. Noch Luther verwendete die Begriffe <em>selbst</em> und <em>selber</em> ohne Unterschied. Die Einstufung des <em>selber</em> als Umgangssprache stellt eine moderne Entwicklung dar. Diese ist jedoch durchaus nicht abgeschlossen und gewiss nicht unumkehrbar. Die schwindende Autorität vorschreibender Grammatiken wie des Dudens und die Vermischung der Umgangs- mit der Hochsprache, insbesondere im Internet, könnten die stilistische Unterscheidung zwischen <em>selber</em> und <em>selbst</em> verwischen.<br>Der zu Anfang unserer Überlegungen aufgeführte Kinderreim deutet zumindest an: Wäre eine Variante mit <em>selbst</em> verfügbar, ließe sich die Unterscheidung in Umgangs- und Hochsprache hier als wenig sinnhaltig einschätzen. Der Ausdruck <em>selbst</em> ist gewiss nicht zu hochtrabend für Kinder, sondern lässt sich weniger gut in das Versmaß einfügen, das nicht nur Kinder und Lyriker*innen lieben.</p>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column2242_177991-32"><div class="kt-inside-inner-col">
<p class="kt-adv-heading2242_fef5ce-d3 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading2242_fef5ce-d3">Zwischen Alltagssprache und Norm liegt oft nur ein Wort: selber oder selbst. Wir stellen Einheitlichkeit im Ausdruck her und prüfen Ihre Texte im Zuge eines professionellen Korrektorats oder Lektorats unter anderem auf Regelkonformität.</p>



<div class="wp-block-kadence-advancedbtn kb-buttons-wrap kb-btns2242_5bccc6-f4"><a class="kb-button kt-button button kb-btn2242_ea2eea-45 kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill  kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false  wp-block-kadence-singlebtn" href="https://www.projekt-lektorat.de/anfrage/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="kt-btn-inner-text">Lektorat anfragen</span></a></div>
</div></div>
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		<title>Die Krux mit dem gewinkt und gewunken</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/die-krux-mit-dem-gewinkt-und-gewunken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 22 Nov 2020 13:35:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gewinkt]]></category>
		<category><![CDATA[gewunken]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Frage, ob es denn nun gewinkt oder gewunken heißt, spielt in Gesprächen und Texten des Öfteren eine Rolle. Alle, die nun hoffen, eine abschließende Antwort auf diese Frage zu erhalten, müssen wir enttäuschen, denn wir sind nicht imstande, vorzuschreiben, was richtig und was falsch...</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://www.projekt-lektorat.de/die-krux-mit-dem-gewinkt-und-gewunken/">Die Krux mit dem gewinkt und gewunken</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://www.projekt-lektorat.de">Projekt Lektorat</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Frage, ob es denn nun <strong><em>gewinkt</em></strong> oder <strong><em>gewunken</em></strong> heißt, spielt in Gesprächen und Texten des Öfteren eine Rolle. Alle, die nun hoffen, eine abschließende Antwort auf diese Frage zu erhalten, müssen wir enttäuschen, denn wir sind nicht imstande, vorzuschreiben, was richtig und was falsch ist. Lassen Sie uns stattdessen in Erfahrung bringen, warum es zwei Formen gibt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Zwei Formen, ein Verb</h2>



<p><strong>Die ältere Form ist <em>gewinkt</em>.</strong> Bei <em>winken</em> handelt es sich ursprünglich also um ein <strong>schwaches Verb</strong>, analog zu <em>sagen/sagte/gesagt</em>. Das lässt sich noch ganz gut nachvollziehen, wenn man das Verb ins Präteritum setzt: <span class="beitrag-gruen">„Ich wank dir zu.“</span> klingt etwas merkwürdig. Man würde schon eher sagen: <span class="beitrag-gruen">„Ich winkte dir zu.“</span>. Aber <span class="beitrag-gruen">„Ich habe gewunken.“</span> funktioniert sehr gut, nach Meinung vieler Muttersprachler*innen sogar sehr viel besser als <span class="beitrag-gruen">„Ich habe gewinkt.“</span>. Das ist erstaunlich, denn es bedeutet, dass sich winken langsam <strong>zu einem starken Verb</strong> entwickelt. Im Gegensatz zu schwachen Verben (wie ursprünglich <em>winken</em> oder auch <em>sagen</em>) bilden solche Verben die Vergangenheitsformen nicht mit t (<em>sagte, habe gesagt</em>), sondern verändern ihren Vokal: <em>sang, habe gesungen</em>. Diese Änderung des Vokals nennen wir <strong>Ablaut</strong>. Während einige starke Verben schwach werden (Beispiel backen: Ursprünglich lautete das Präteritum <em>ich buk</em>, nun <em>ich backte</em>), bleiben schwache Verben ihrer Flexion normalerweise treu.</p>



<p>Warum ist das bei <em>winken</em> nicht der Fall? Machen wir doch einen Fehler, wenn wir <span class="beitrag-gruen">„Ich habe gewinkt?“</span> sagen. Nein, für das starke Präteritum von <em>winken</em> gibt es eine einfache Erklärung. <em>Winken</em> ähnelt in seinem Aufbau starken Verben: <em>sinken, trinken, singen</em> und <em>klingen</em> sind nur einige Beispiele für ähnlich aufgebaute Verben. Sie alle haben ein <strong>i</strong>, auf das der Konsonant <strong>ŋ</strong> folgt (Bei singen und sinken sprechen Sie kein <strong>n</strong>, sondern bilden den Konsonanten etwas weiter hinten im Mund: Sahne mit normalem <strong>n</strong> versus <em>singen/sinken</em> mit [<strong>ŋ</strong>]). Im Falle einiger Verben folgt noch ein weiterer Konsonant (Beispiel: <em>sinken</em>). Wird gezählt, wie viele starke und wie viele schwache Verben das Muster also <strong>i+[ŋ](+Konsonant)</strong> aufweist, zeigt sich, dass nur sehr wenige schwache Verben so aufgebaut sind (unter anderem <em>schminken, blinken</em> und <em>hinken</em>), dafür aber sehr viele starke Verben. Was sagt uns das nun? Da <em>winken</em> so ähnlich klingt wie starke Verben, möchten wir es auch gerne wie ein starkes Verb behandeln, und so wird aus <span class="beitrag-gruen">„Ich habe gewinkt.“</span> ganz schnell <span class="beitrag-gruen">„Ich habe gewunken.“</span>. Wer <em>gewunken</em> sagt, hat also unbewusst eine Verbindung von <em>winken</em> zu starken Verben wie <em>sinken</em> hergestellt und möchte es deswegen auch stark flektieren. Faszinierend, oder?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was der Duden sagt</h2>



<p>Und falls sich noch jemand fragt, was denn der Duden dazu sagt: Im Zweifelsfälle-Duden (2016) ist aufgeführt, wie häufig <em>gewinkt</em> und <em>gewunken</em> in standardnahen Texten und Gesprächen vorkommen. Das Ergebnis: Beide sind vertreten und deshalb gleichermaßen Teil des Standards. Häufiger zur Anwendung kommt inzwischen <em>gewunken</em>. Sie können sich also auch dem Duden zufolge frei entscheiden, ob <em>winken</em> für sie stark oder schwach ist.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Weiterführende Literatur</h2>



<p><a href="https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/germanistik/lehrende/koepcke_k/1998_k__pcke_starke_und_schwache_verben.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Köpcke, Klaus-Michael (1999): Prototypisch starke und schwache Verben in der deutschen Gegenwartssprache</a>. In: Matthias Butt und Nanna Fuhrhop (Hrsg.): Variation und Stabilität in der Wortstruktur. Sonderheft Germanistische Linguistik, S. 141–142, 45–60.</p>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column1429_7790e1-0c"><div class="kt-inside-inner-col">
<p class="kt-adv-heading1429_af631b-39 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1429_af631b-39">Ob gewinkt oder gewunken, Hauptsache die Form bleibt einheitlich. Wir achten auf Flexion, Terminologie und Lesefluss. Sichern Sie sich jetzt eine Probeüberprüfung bei Projekt Lektorat.</p>



<div class="wp-block-kadence-advancedbtn kb-buttons-wrap kb-btns1429_4c8406-9b"><a class="kb-button kt-button button kb-btn1429_67d155-4f kt-btn-size-standard kt-btn-width-type-auto kb-btn-global-fill  kt-btn-has-text-true kt-btn-has-svg-false  wp-block-kadence-singlebtn" href="https://www.projekt-lektorat.de/anfrage/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span class="kt-btn-inner-text">Lektorat anfragen</span></a></div>
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		<title>Sprachwandel – der weil-Satz im Fokus</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/sprachwandel-der-weil-satz-im-fokus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Nov 2020 15:54:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[weil]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sprachwandel stellt ein viel gebrauchtes, viel erforschtes und sicher auch viel gehasstes Wort dar. Der Dativ, der dem Genitiv sein Tod ist, Anglizismen, die sich überall einschleichen, und Abkürzungen, die um sich greifen, begegnen uns jeden Tag. Was am weil-Satz neu ist Ein relativ aktuelles...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Sprachwandel stellt ein viel gebrauchtes, viel erforschtes und sicher auch viel gehasstes Wort dar. Der Dativ, der dem Genitiv sein Tod ist, <a href="https://www.projekt-lektorat.de/anglizismen-ein-deutsches-phaenomen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Anglizismen</a>, die sich überall einschleichen, und Abkürzungen, die um sich greifen, begegnen uns jeden Tag.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Was am weil-Satz neu ist</h2>



<p>Ein relativ aktuelles Phänomen, das Sprachpflegenden auf den Magen schlägt, ist der <strong><em>weil-Satz</em></strong>. Seit einiger Zeit wird dieser oft nicht mehr analog zu all den anderen Nebensätzen gebildet, sondern sein Verb nimmt eine veränderte Stellung ein, die der von Hauptsätzen entspricht. In Konstruktionen wie <span class="beitrag-gruen">„Peter pflanzt schöne Blumen.&#8221;</span> oder <span class="beitrag-gruen">„Schöne Blumen pflanzt Peter.&#8221;</span> steht das finite Verb – also das Verb, das die Personen- und Zeitform anzeigt – klassischerweise an der zweiten Stelle.<strong> In Nebensätzen sieht das ganz anders aus</strong>. Diese werden durch Wörtchen wie obwohl, damit und sodass eingeleitet. Als Subjunktionen bezeichnet, stellen sie eine Verbindung zum Hauptsatz her. Das Verb steht hier an der letzten Stelle.</p>



<p>Im Falle des <em>weil</em>-Satzes scheint sich nun eine Besonderheit einzuschleifen: In der gesprochenen Sprache kommt es mit steigender Häufigkeit dazu, dass das Verb plötzlich an die zweite Stelle wandert, obwohl es nicht dort hingehört. Aber ist das falsch? Sprachwandelpessimisten finden: Ja.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Fehler oder Funktion?</h2>



<p>Tatsächlich liest sich ein <em>weil</em>-Satz mit Verbzweitstellung eher stirnrunzelnd: <span class="beitrag-gruen">„Peter gießt seine Blumen, <strong><em>weil</em></strong> er sieht sie gerne blühen&#8221;.</span> Der Nebensatz sieht auf einmal aus wie ein Hauptsatz, die alte Konvention ist nicht mehr zu erkennen. Solche Sätze Äußernden wird oft unterstellt, sie seien für die korrekte Satzbildung zu faul, und die neuen Medien hätten einen erschreckenden Einfluss auf sie und unsere Sprache. Es wurde und wird angenommen, das Wörtchen <em>weil</em> werde einfach mit dem begründungsliefernden denn verwechselt. Bei Sätzen, die durch <em>denn</em> eingeleitet werden, handelt es sich&nbsp; nicht um Neben-, sondern um Hauptsätze, das heißt, ihr Verb steht an zweiter Stelle. Aber liegt hier wirklich eine Verwechslung vor? Entgegen dieser Meinung fanden Sprachwissenschaftler*innen bezüglich des <em>weil</em>-Satzes allerhand heraus.</p>



<p>Festgestellt wurde: Unterschiedliche Verbstellungen sind mit unterschiedlichen Bedeutungen verknüpft. In der mündlichen Sprache weiß die sprechende Person also sehr wohl, in welchen Momenten sie das Verb an die zweite Stelle schiebt.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Die Bedeutung steuert die Stellung des Verbs</h2>



<p>Statt einer Abflachung der Sprache, die allseits behauptet und ängstlich beobachtet wird, liegen also eine weitere Differenzierung und eine gesteigerte Komplexität in der Konstruktion von <em>weil</em>-Sätzen vor. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Drei Varianten von weil im Überblick</h3>



<p>So konnten <strong>drei verschiedene Typen von Nebensätzen</strong> mit <em>weil</em> ausgemacht werden: Zunächst gibt es das faktische weil, das uns allen als korrekt bekannt ist und für das auch alle Sprachpflegenden plädieren. Hier steht das Verb wie gehabt an letzter Stelle. <strong>Der Nebensatz</strong> gibt bezogen auf den Hauptsatz eine Antwort auf die Frage „Warum ist das so?&#8221;. Ein Beispiel: <span class="beitrag-gruen">„Peter gießt seine Blumen, <em>weil</em> sie wachsen und gedeihen sollen.&#8221;</span> Neben dieser Kategorie lässt sich das schlussfolgernde <em>weil</em> in Sätzen mit Verbzweitstellung vorfinden. Hier antwortet der <em>weil</em>-Satz auf die Frage „Woher weißt du das?&#8221; — <span class="beitrag-gruen">„Peter hat seine Blumen gegossen, <em>weil</em> die Gießkanne steht noch draußen.&#8221;</span> Mit dem <em>weil</em> wird kein faktischer Grund geliefert, sondern eine Begründung, die aus der Umgebung abgeleitet ist. Nebensätze mit sprechhandlungsbezogenem <em>weil</em>, in denen das Verb auch an zweiter Stelle steht, liefern schließlich die Begründung dafür, dass die vorangegangene Aussage mit dem Hauptsatz überhaupt getätigt wurde: <span class="beitrag-gruen">„Nachher regnet es wahrscheinlich, <em>weil</em> das kam gestern im Wetterbericht.&#8221;</span></p>



<p>Der deutsche Nebensatz mit <em>weil</em> kann in seinen unkonventionellen Formen somit eine Menge von Gesprächsfunktionen übernehmen. Pessimistische Befürchtungen im Hinblick auf diese Entwicklung sind daher ungerechtfertigt. Schließlich befindet sich unsere Sprache in einem steten Wandel. </p>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit</h2>



<p>Nicht nur grammatische Formen, sondern auch eine Vielzahl von Wörtern, die wir heute als altmodisch oder unpassend empfinden, waren früher Teil der allgegenwärtigen Alltagssprache und bewegten sich von dort aus zusehends an die Peripherie – und das, ohne, dass sie heute großartig vermisst werden, zumal sie durch neue Wörter oder Formen ersetzt wurden. Ob sich also auch der <em>weil</em>-Satz in seiner aktuell häufigen Verwendungsform irgendwann durchsetzen und seinen Weg in den Duden finden wird, ist noch offen. Wir sind gespannt.</p>



<div class="wp-block-kadence-column kadence-column1097_ab62fc-62"><div class="kt-inside-inner-col">
<p class="kt-adv-heading1097_a66dc8-29 wp-block-kadence-advancedheading" data-kb-block="kb-adv-heading1097_a66dc8-29">Sprache verändert sich, doch Ihr Text soll stimmig bleiben. Lassen Sie Ihre Arbeit prüfen, damit Begründungen und Satzstellung passen. Fordern Sie jetzt unverbindlich ein Angebot bei Projekt Lektorat an.</p>



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		<title>Oft verkannt: das Semikolon</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/oft-verkannt-das-semikolon/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2020 14:42:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Satzzeichen]]></category>
		<category><![CDATA[Semikolon]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Wenn das Komma einen Satz zu schwach und der Punkt einen Satz zu stark trennt, besteht noch die Möglichkeit, das Semikolon zu wählen. Umgangssprachlich als Strichpunkt bezeichnet, wird das aus Punkt und Komma zusammengesetzte Satzzeichen heute nur noch selten genutzt – zumindest in der Literatur...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wenn das Komma einen Satz zu schwach und der Punkt einen Satz zu stark trennt, besteht noch die Möglichkeit, das Semikolon zu wählen. Umgangssprachlich als <em>Strichpunkt</em> bezeichnet, wird das aus Punkt und Komma zusammengesetzte Satzzeichen heute nur noch selten genutzt – zumindest in der Literatur und in der Presse. Vielfach eine Rolle spielt es dagegen beispielsweise als zwinkerndes Emoticon in der Onlinekommunikation und in der Tattooszene. Typografische Spielereien und Zitate aus literarischen Werken sind unter Tätowierten beliebt. Auch das Semikolon findet sich weltweit verstärkt auf der Haut. Dahinter steckt das <strong>Project Semicolon</strong>, eine US-stämmige Bewegung, die das Satzzeichen zugrunde legt, um an Depressionen, Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen Leidenden Mut zu machen.</p>



<p>Menschen, die Selbstmordgedanken hegen oder bereits versucht haben, ihr Leben zu beenden, sollen mithilfe der symbolischen Bedeutung des Semikolontattoos wieder Hoffnung und Lebensfreude gewinnen. Ein*e Autor*in verwendet ein Semikolon, wenn er*sie einen Satz beenden könnte, sich aber dagegen entscheidet. Der Satz steht für das Leben, der*die Autor*in für den Betroffenen – so lautet die Botschaft des Projekts.</p>



<p>Anders als der Punkt oder das Komma ist das Semikolon kein Pflichtzeichen in Satzkonstruktionen; seine Verwendung hängt immer von der Intention der Autorin oder des Autors ab. Doch gerade für Texte mit komplexen Gedankengängen eignet es sich gut. Gleichrangige Sätze oder Wortgruppen lassen sich mit dem Semikolon verbinden. Zahlreiche Schreibende haben seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten noch nicht (wieder)entdeckt.</p>
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