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	<title>das Ende &#8211; Projekt Lektorat</title>
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		<title>Die Endung macht den Unterschied</title>
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		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2020 17:26:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutsche Grammatik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[das Ende]]></category>
		<category><![CDATA[die Endung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Adjektive und Endungen Unsere heimischen Adjektive machen es uns heimlich manchmal ganz schön schwer. Und dabei ist jedes sechste Wort des deutschen Wortschatzes ein Adjektiv. Die meisten von ihnen leiten sich aus anderen Wörtern (zum Beispiel Nomen oder Verben) ab. Es bestehen viele Möglichkeiten, Adjektive...</p>
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<h2 class="wp-block-heading">Adjektive und Endungen</h2>



<p>Unsere heimischen <strong>Adjektive</strong> machen es uns heimlich manchmal ganz schön schwer. Und dabei ist jedes sechste Wort des deutschen Wortschatzes ein Adjektiv. Die meisten von ihnen leiten sich aus anderen Wörtern (zum Beispiel Nomen oder Verben) ab. Es bestehen viele Möglichkeiten, Adjektive zu bilden. Meistens geschieht das durch Silben, die an das Ende eines Wortstamms gehängt werden, zum Beispiel <em>-isch</em> und <em>-lich</em>, die an das Wort <em>Heim</em> geknüpft werden, wie hier im ersten Satz. Im Falle dieser Art der Wortbildung, auch <em>Derivation</em> genannt, entsteht aus einem ursprünglichen Nomen (hier <em>Heim</em>) durch das Anhängen einer Silbe eine neue Wortart. Adjektive können allerdings nicht nur aus Nomen, sondern auch aus Verben und anderen Adjektiven hervorgehen, indem eine Silbe, ein sogenanntes <em>Suffix</em>, angehängt wird. So einfach scheint das Ganze dann allerdings doch wieder nicht zu sein, denn es gibt nicht nur eine Sorte Suffixe, vielmehr zahlreiche verschiedene, die unterschiedliche Bedeutungen aufweisen.</p>



<p>Weitere Nachsilben, die sich neben <em>-lich</em> und <em>-isch</em> mit anderen Wortarten zu Adjektiven verbinden, sind zum Beispiel <em>-bar, -en, -ern, -los, -sam</em> und <em>-haft</em>. Trotzdem ist ihnen selten die gleiche Bedeutung inhärent: Ein Baum ist nicht <em>gewaltsam</em>, nur, weil er <em>gewaltig</em> ist; ein Apfel ist <em>fruchtig</em> (nicht <em>fruchtlich</em>), und nur seine Kerne sind <em>fruchtbar</em>; die Natur ist <em>achtbar</em>, aber kann sie auch <em>achtsam</em> sein?</p>



<p>Wenden wir uns zunächst den drei einander in ihrer Form am stärksten ähnelnden Nachsilben zu: <em>-ig</em>, <em>-lich</em> und <em>-isch</em>.</p>



<p>Adjektive mit <em>-ig</em> bringen zum Ausdruck, dass das, was vom Stamm bezeichnet wird, in irgendeiner Form vorhanden ist. Ein Beispiel lautet: <span class="beitrag-gruen">„Draußen ist es ruh<strong>ig</strong>.“</span> – <span class="beitrag-gruen">„Draußen ist Ruhe vorhanden.&#8221;</span></p>



<p>Die Nachsilben <em>-lich</em> und <em>-isch</em> schreiben dem neu entstehenden Adjektiv im Grunde die gleiche Bedeutung zu. Sie sagen aus, dass das folgende Wort in irgendeiner Weise von der Art des Wortstamms ist oder mit ihm zu tun hat: <span class="beitrag-gruen">„Die Demonstration verlief fried<strong>lich</strong>.“</span> – <span class="beitrag-gruen">„Die Demonstration verlief in der Art des Friedens.&#8221;</span></p>



<p>Anzumerken ist, dass sich trotzdem nicht jedes Nomen beliebig mit <em>-lich</em> oder <em>-isch</em> verbinden kann und Wörter, in deren Falle die Adjektivbildung mit beiden Suffixen funktioniert, verschiedene Konnotationen aufweisen. Vergleichen Sie dazu einmal <em>bäuerlich</em> mit <em>bäurisch</em>, <em>kindlich</em> mit <em>kindisch</em> oder <em>weiblich</em> mit <em>weibisch</em>. Die isch-Version des jeweiligen Adjektivs wird hier abwertend verwendet und hat eine negative Konnotation, bezeichnet aber das Gleiche.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Und wie verhält es sich mit anderen Nachsilben?</h2>



<p>Wie facettenreich die Suffixe des Deutschen sind, verdeutlicht folgende (unvollständige) Liste:</p>



<ul class="wp-block-list aufzaehlung">
<li>Adjektive, die auf <em>-bar</em> enden, nehmen auf eine Handlung Bezug, genauer gesagt auf das, was mit jemandem oder etwas gemacht werden kann: <span class="beitrag-gruen">„Dieser Apfel ist ess<strong>bar</strong>.”</span> — <span class="beitrag-gruen">„Man kann ihn essen.”</span></li>



<li><em>-en</em> und &#8211;<em>ern</em> verweisen auf den Stoff, aus dem etwas gemacht ist: <span class="beitrag-gruen">„Die Krone ist hölz<strong>ern</strong>.”</span> — <span class="beitrag-gruen">„Sie ist aus Holz gemacht.”</span></li>



<li><em>-haft</em> drückt häufig einen Vergleich zwischen der beschriebenen Person oder Sache und dem zugrundeliegenden Nomen aus: <span class="beitrag-gruen">„Der Junge benimmt sich baby<strong>haft</strong>.”</span> — <span class="beitrag-gruen">„Er benimmt sich wie ein Baby.”</span></li>



<li>Kommen wir zu unserem Beispiel mit dem gewaltsamen Baum zurück, stellt sich heraus: &#8211;<em>sam&nbsp;</em>beschreibt, dass der Baum von dem Ursprungswort, hier also Gewalt, erfüllt ist. Und von Gewalt erfüllt zu sein, ist eine für einen Baum eher untypische Eigenschaft. (Im Gegensatz dazu kann er aber gewaltig sein, weil in gewisser Weise Gewalt vorhanden ist, beziehungsweise, er den Eindruck von Gewalt hervorzurufen vermag.)</li>
</ul>



<p>Das Suffix <em>-los</em> ist weitgehend selbsterklärender Art: <span class="beitrag-gruen">„Der Text ist makel<strong>los</strong>.“</span> – <span class="beitrag-gruen">„Er hat keine Makel.&#8221;</span></p>



<p>Wem all das zu kompliziert ist, der kann sich auch auf sogenannte primäre Adjektive beschränken. Diese existieren einfach so und haben selbstständige Bedeutungen, die nicht durch Nachsilben von anderen Wortarten abgeleitet wurden. Dazu gehören zum Beispiel <em>gut, schlecht, alt, jung, wahr, falsch, schlau, dumm, schief</em> und <em>krumm</em>. Anstelle eines Sechstels des Gesamtwortschatzes des Deutschen stehen aber nur etwa 250 Wörter zur Auswahl. Und das ist auf Dauer vielleicht doch ein bisschen langweilig.</p>
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