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	<title>Anglizismen &#8211; Projekt Lektorat</title>
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	<title>Anglizismen &#8211; Projekt Lektorat</title>
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		<title>Likes und ihre Beugungsform — geliked/ geliket/ gelikt…?</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/likes-und-ihre-beugungsform-geliked-geliket-gelikt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Oct 2020 11:25:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anglizismen]]></category>
		<category><![CDATA[Begriffe unter der Lupe]]></category>
		<category><![CDATA[gelikt]]></category>
		<category><![CDATA[liken]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die Einwanderung dieses Verbs aus dem Englischen ins Deutsche ist Facebook verantwortlich — genau genommen der Like-Button. Mit dem Drücken des Gefällt mir-Buttons wird ein Beitrag oder ein Bild geliked gelikt oder doch etwa geliket? Wie wird die Partizipform von liken gebildet? Eine einzig...</p>
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<p>Für die Einwanderung dieses Verbs aus dem Englischen ins Deutsche ist Facebook verantwortlich — genau genommen der <em>Like</em>-Button. Mit dem Drücken des Gefällt mir-Buttons wird ein Beitrag oder ein Bild geliked gelikt oder doch etwa geliket? Wie wird die Partizipform von <em>liken</em> gebildet?</p>



<p>Eine einzig korrekte Regel der Flexion eingedeutschter Verben existiert nicht, dafür aber eine Empfehlung der Duden-Redaktion; diese bevorzugt die gleichen Regeln, wie sie für deutsche Verben gelten. Die Grundformel zur Bildung von Partizipformen schwacher Verben lautet:</p>



<p><span class="beitrag-gruen"><strong>ge + Wortstamm + t</strong>.</span></p>



<p>Der Wortstamm ist das, was übrig bleibt, wenn die Vor-, die Nachsilbe und die Flexionsendung abgezogen werden; der Wortstamm von <em>liken</em> ist lik. Nach der vorstehenden Formel lautet die Partizipform von <em>liken</em> gelikt (ge + lik + t = gelikt). Das klingt komisch, trifft aber zu.</p>



<p>Nach diesem Muster werden auch andere Partizipien schwacher Verben gebildet: faken/gefakt, tunen/getunt, managen/gemanagt, mobben/gemobbt, crashen/gecrasht, booten/gebootet, flirten/geflirtet, posten/gepostet, downloaden/gedownloadet, dealen/gedealt, mailen/gemailt, joggen/gejoggt, dicken/gedickt, shoppen/geshoppt, twittern/getwittert.</p>



<p>Alles klar? Wir hoffen, Sie haben nach der Lektüre dieses Blogs einen Link zu unserer Seite auf Facebook gesetzt und diesen <em>gelikt</em>, geshart, getwittert und geinstagramt.</p>
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		<title>Anglizismen — ein deutsches Phänomen?</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/anglizismen-ein-deutsches-phaenomen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 27 Sep 2020 14:36:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anglizismen]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[fehlerhafte Anglizismen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In der deutschen Sprache gibt es eine Vielzahl von Begriffen, die aus englischen Wörtern gebildet wurden, aber im Englischen so nicht verstanden oder verwendet werden. Zum Klassiker ist das deutsche Handy, das englische mobile phone oder cellphone, geworden. Die Liste solcher Scheinanglizismen oder -amerikanismen ist lang: Das deutsche Feeling ist das englische body scrub, der Beamer der video...</p>
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<p>In der deutschen Sprache gibt es eine Vielzahl von Begriffen, die aus englischen Wörtern gebildet wurden, aber im Englischen so nicht verstanden oder verwendet werden. Zum Klassiker ist das deutsche <em><strong>Handy</strong></em>, das englische <em><strong>mobile phone</strong></em> oder <em><strong>cellphone</strong></em>, geworden.</p>



<p>Die Liste solcher Scheinanglizismen oder -amerikanismen ist lang: Das deutsche <em><strong>Feeling</strong></em> ist das englische <em>body scrub</em>, der <em><strong>Beamer</strong></em> der <em>video projector</em>, das <em><strong>Fitnessstudio</strong></em> das <em>fitness centre</em> oder das <em>gym</em>. In England schaut sich auch niemand eine <em><strong>Casting Show</strong></em> an, sondern es ist die <em>Talent Show</em>, die vor den Fernseher lockt.</p>



<p>Wer hierzulande ein öffentliches Ereignis auf einer Großleinwand im Freien mitverfolgen will, geht zum <em><strong>Public Viewing</strong></em>, in englischsprachigen Ländern zum <em>public screening</em>. Gerade dieser Begriff ist tückisch, denn <em>Public Viewing</em> gibt es auch im amerikanischen Englisch. Es bezeichnet die öffentliche Aufbahrung eines Toten.</p>



<p>Scheinanglizismen sind kein deutsches Phänomen. Etwa 40&nbsp;000 Menschen aus 28 europäischen Mitgliedsstaaten arbeiten in den EU-Institutionen und nutzen in offiziellen EU-Publikationen vermeintlich englische Begriffe, die im Englischen aber gar nicht existieren. Diese Entwicklung einer europäisierten, verformten Variante des Englischen wird auch als <em>EU-Speak</em>&nbsp;bezeichnet.</p>



<p>Einige solcher englisch klingender, aber falscher Wörter wurden in dem Dokument „<a href="https://www.eca.europa.eu/other%20publications/en_terminology_publication/en_terminology_publication.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Misused English Words and Expressions in EU Publications</a>” (2016) zusammengefasst. Die Auflistung zeigt die gängigsten Fehler auf und schlägt alternative und korrekte Bezeichnungen vor.</p>



<p>So existiert <em><strong>planification</strong></em> zum Beispiel im Englischen nicht, taucht in EU-Dokumenten aber regelmäßig auf. Die vorgeschlagene Alternative lautet <em>planning</em>. Auch die <em>Krankenversicherung</em> wird fälschlicherweise immer wieder als <em><strong>sickness insurance</strong></em> statt als <em>health insurance</em> benannt.</p>
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		<title>Ein Wort erobert die Welt</title>
		<link>https://www.projekt-lektorat.de/ein-wort-erobert-die-welt/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Aug 2020 10:17:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Anglizismen]]></category>
		<category><![CDATA[Begriffe unter der Lupe]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[okay]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Okay, wie beginnen wir diesen Text? Mit einem Rätsel. Alle kennen es, alle sagen es. Es ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Wörter und war das erste auf dem Mond gesprochene Wort. Obwohl seine Bedeutung als relativ gering erscheint, verstehen es alle — überall....</p>
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<p>Okay, wie beginnen wir diesen Text? Mit einem Rätsel. Alle kennen es, alle sagen es. Es ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Wörter und war das erste auf dem Mond gesprochene Wort. Obwohl seine Bedeutung als relativ gering erscheint, verstehen es alle — überall. So kommt es in vielfältigen Kontexten zum Einsatz: Auf eine Frage oder Aussage hin kann es Zustimmung ausdrücken und sogar Begeisterung, jedoch vermag es genauso, Mittelmäßigkeit anzudeuten, ohne eine Abwertung zu suggerieren. Außerdem lässt sich damit fragen oder um Einverständnis bitten. Es kann Reden einleiten, Pausen überbrücken, Themenwechsel herbeiführen oder Gespräche beenden. Meistens ist es ein Adjektiv oder ein Adverb, manchmal kommt es aber auch als Nomen vor.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Na, schon die Lösung parat?</h2>



<p>Dieses Zauberwörtchen lautet <strong><em>okay</em></strong>. Es trat angeblich das erste Mal vor rund 175 Jahren in den Vereinigten Staaten in Erscheinung. Während in manchen Kreisen davon ausgegangen wird, <em>okeh</em> sei ursprünglich ein indianisches Wort mit der Bedeutung <em>es ist so</em> gewesen, gibt es noch eine andere Variante, die den Ursprung des Wortes belegen will: So habe sich unter Zeitungsleuten Mitte des 19. Jahrhunderts ein Trend zu raffinierten Abkürzungen entwickelt, die mit Vorliebe falsch geschrieben worden seien. Zur Belustigung der Leser*innen sei im Jahr 1839 das erste Mal das Wort <em>o.k.</em> in der Boston Morning Post in einem Artikel von Charles Gordon Green erschienen. <em>O.k.</em> für <em>all correct</em> statt <em>all correct</em> war zwar ein flacher Witz, soll aber weitreichende Folgen gehabt haben: Im darauffolgenden Jahr nutzte der Präsidentschaftskandidat Martin van Buren, der von seinen Anhänger*innen auch <em>Old Kinderhook</em> genannt wurde, die Abkürzung für seine Zwecke. <em>OK</em> wurde zum Emblem seiner Propaganda.</p>



<p>Dieser Interpretationsansatz geht davon aus, dass sich ein zunächst nur geschriebenes Wort in der mündlichen Sprache durchgesetzt hat. Historisch gesehen ergeben solche Annahmen allerdings nicht besonders viel Sinn, da es so gut wie immer andersherum funktioniert: Die gesprochene Sprache geht der schriftlichen voraus – manchmal sogar um Jahrhunderte. Umso fragwürdiger ist es deshalb, dass aufgrund eines einzigen Zeitungsartikels ein Wort eine derartige Prominenz entwickeln konnte. Müsste <em>okay</em> nicht also zuerst in der gesprochenen Sprache aufgetaucht sein? Mit Blick auf die USA des frühen 19. Jahrhunderts begeben sich Interessierte in die Geschichte der Sklaverei. Zwischen 1499 und 1820 wurden Menschen aus Nordwestafrika über den Ozean nach Amerika deportiert und gezwungen, als Sklavinnen und Sklaven zu arbeiten. Die Lingua franca, die gesprochene Verkehrssprache, war Wolof. Sie zeichnete sich unter anderem durch Interjektionen aus. Das sind Wörter, die in Gesprächen zur Verdeutlichung von Empfindung und Anteilnahme eingeworfen werden. Im Deutschen zum Beispiel lassen sich <em>aha</em>, <em>ach so</em> und <em>hm</em> mit dieser Intention verwenden, begleitet von Gesten wie Kopfschütteln und Nicken. Die Bestätigung der Gesprächspartnerin oder des Gesprächspartners wird in der Linguistik auch als <em>Backchanneling</em> bezeichnet. So wird der sprechenden Person während der Unterhaltung deutlich, dass jemand ihr aufmerksam zuhört, ohne sie zu unterbrechen.</p>



<p>In der Sprache der Versklavten in den Vereinigten Staaten war einer der häufigsten auf diese Weise verwendeten Begriffe das Wort <em><strong>waw-kay</strong></em>. Wenn der Plantagenbesitzer seine Befehle erteilte und den Menschen auf dem Feld mit der Peitsche drohte, wurde ihm ein <em>waw-kay</em> entgegengebracht So ergibt sich die Annahme, die der Linguist Paul Werth formulierte: dass <em>okay</em> in seiner mündlichen Ursprungsform mit dem Beginn der Sklaverei in den Vereinigten Staaten Fuß fasste – aber natürlich nicht in der Sprache der Weißen und somit erst recht nicht in schriftlicher Form. Vielmehr ist anzunehmen, dass das Wort ganz allmählich in die gesprochene Sprache der Abkömmlinge Christoph Kolumbus&#8217; überging, sodass sein sklavischer Ursprung verschleiert wurde. <em>Waw-kay</em> beziehungsweise <em><strong>okay</strong></em> war wohl schon Teil der gesprochenen Sprache, als es vom Abkürzungstrend erfasst wurde. Und mit den Buchstaben o und k fand es schließlich auch seinen Weg in die Zeitungen.</p>



<p>Dass die witzige Geschichte über die Boston Morning Post hinfällig ist, beweist eine weitere wissenschaftliche Tatsache: Das Backchanneling-Phänomen tritt nämlich weitaus häufiger im amerikanischen Englisch auf als im britischen und ebenso öfter im südafrikanischen Afrikaans als im europäischen Niederländisch. So ist davon auszugehen, dass mit der Deportation von Versklavten nach Amerika aus Versehen auch ein Teil ihrer Sprache exportiert wurde. Wie kommt es aber, dass sich trotz all dieser Belege die wenig plausible Annahme verbreiten konnte, das Wort <em>okay</em> sei während einer Zeitungsklamauk-Reihe um Abkürzungswitze entstanden? Mit dem Einzug des Worts nicht nur in die englische Sprache wuchs das Interesse an seinem Ursprung. Allerdings, so auch Paul Werth, Setzten sich Forscher*innen nur mit Quellen aus weißer Hand auseinander, sodass jede Dokumentation, die behauptete, <em>okay</em> sei nicht auf einen weißen (vermutlich heterosexuellen) Amerikaner zurückzuführen, unbeachtet blieb. Dass ein vermeintlich schwarzes Wort die Sprache der Weißen erobert hatte, wollte sich niemand eingestehen. Zu schön war die Geschichte über die Boston Morning Post und ihre einfallsreichen Wortspiele.</p>
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